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stück von fausto paravidino
mit christoph maasch, maria piniella, sandra lühr, ralph lewerenz (video)
regie: tom peifer
Genua im Juli 2001. Italien bereitet sich auf den ersten Wirtschaftsgipfel des neuen Jahrtausends vor. Ministerpräsident Berlusconi hat alles perfekt inszeniert: Er fordert die Bewohner auf, keine Wäsche auf die Straße zu hängen, um nicht das Stadtbild zu entstellen, lässt ganze Straßenzüge, die ihm missfallen, hinter riesigen bunten Plastiktransparenten verschwinden und künstliche Zitronen an die Bäume hängen, weil die echten noch nicht reif sind. Den gesamten Innenstadtbereich lässt er von Spezialeinheiten der Polizei absichern.
Auf den Straßen rund um das hermetisch abgeriegelte Stadtzentrum sammeln sich über 250000 Kritiker der von der G8 propagierten neuen Weltordnung, um für ihre Vision nach anderen Formen der Politik und eine gerechtere Verteilung von Steuern und Ressourcen zu demonstrieren. Ein buntes Happening sollte inszeniert werden, mit Konzerten und tosenden Straßenparaden sollte der Gipfel niedergetanzt werden.
Doch dann eskaliert die Gewalt infolge gezielter Provokationen und am Ende des Gipfeltreffens steht eine blutige Bilanz: ein ermordeter Demonstrant, sechshundert Verletzte, Festnahmen, Misshandlungen, Folterungen, die der junge italienische Dramatiker Fausto Paravidino in »genua 01« protokolliert. Er zeichnet die Dynamik der Ereignisse jener vier Julitage reportageartig in schnellen Schnitten aus Momentaufnahmen und Reflexionen nach: ein packendendes Theaterstück, das sich als Chronik eines ungesühnten Mordes wie eine Streitschrift gegen die offizielle Berichterstattung stellt und ein aktueller politischer Kommentar zu einer neuen Situation unserer globalisierten Welt und unserem Bezug zu ihr.
Tom Peifer inszeniert in den Mainzer Kammerspielen Paravidinos Stück als spannungsgeladenes multimediales Raumtheater das für die Zuschauer immer neue Blickwinkel eröffnet und aus den unterschiedlichen Positionen heraus die Ereignisse in Genua hinterfragt.
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