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In diesem Jahr feiern wir den 65.Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus.
Neben der Befreiung der unter barbarischsten Umständen hinvegetierenden Menschen in den Konzentrationslagern durch die allierten Soldaten ,nochmal ein ganz besondere Anlass, auch auf die Menschen hinzuweisen , die trotz rigidester Unterdrückungsmechanismen ihre Angst überwanden und nach monatelang vorausgegangenen Widerstandes, am 11.April 1945 den Vormarsch der US-Army nutzten, sich ihren Bewachern entgegen stellten und schließlich sich und ihre Mitgefangenen im KZ Buchenwald befreiten:
Ein reales Denkmal wurde ihnen mit der Gruppenplastik von Fritz Cremer gesetzt, ein epochal-moralisches Denkmal setzten sie sich selber in dem "Schwur von Buchenwald":
"...die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. ..."
1990 fand sich ein kleiner Kreis von engagierten AntifaschistInnen zusammen, um auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald durch aktive praktische Arbeit den materiellen Verfall der Gedenkstätte und der im Zuge der damaligen politischen Umwälzungen damit verbundenen Geschichtsvergessenheit entgegenzuwirken. Das Gelände am Ettersberg eignete sich – auch aufgrund seiner Bedeutung als zentraler Gedenkort der DDR für die Opfer des Faschismus – besonders für revanchistische Kreise zur Propagierung der Gleichsetzung von NS-Vernichtungspraxis und Realsozialistischer Staatsdoktrin. Die Auseinandersetzung mit dieser, den Zeitgeist und die Gedenkstättenkonzeptionen der Berliner Republik prägenden Totalitarismus-Theorie, bildet neben der Bekämpfung des Versuches die Selbstbefreiung zu verschweigen, einen Schwerpunkt der politisch-theoretischen Arbeit des camps.
Das Antifacamp konnte sich an diesem wichtigen Gedenkort über Jahre hinweg etablieren, so dass es nach nun 20 Jahren auf bereits 21 erfolgte camps zurückblicken kann.(Im Jahr x fanden zwei camps statt)
Neben der Gedenkarbeit am historischen Ort des Verbrechens gibt es aber auch aktuelle Anlässe, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit 65 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches, auch heute unerlässlich machen:
Zum einen wären da die Pläne der neuen Bundesregierung zu nennen, die bisherigen Fördergelder für Projekte gegen Nazis, in Zukunft u.a. auf den Themenkomplex „Linksextremismus“ auszuweiten ,was nicht nur eine Reduzierung von Mitteln für Aktivitäten gegen Rechts bedeuten würde, sondern auch eine Verharmlosung rechter Gewalt die seit der deutschen Wiedervereinigung mehr als 140 ermordete Menschen zu verantworten hat. Der Verfassungsschutz des Landes NRW leistete dieser Verharmlosung bereits im vergangenen Jahr Vorschub, als er den dritten Teil seiner Comicserie gegen Extremismus „ANDI“ nach seinen Vorläufern über Neonazismus und Islamismus folgerichtig der Thematik “Linksextremismus“ widmete.
Neben diesen staatlichen Maßnahmen, der grassierenden Opfermentalität- nach der die Deutschen Hauptopfer von Diktatur und Krieg gewesen seien und der offensichtlichen zunehmenden Bedrohung durch Neo-Nazis, gibt es gesamtgesellschaftliche Tendenzen, die bei allen sich als AntifaschistInnen verstehenden Menschen Anlass zur Wachsamkeit und Widerstand geben sollten.
Exemplarisch soll hier auf die Langzeitstudie der Universität Bielefeld “Deutsche Zustände. Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ hingewiesen werden, nach der 48,9% der Befragten der Aussage „Juden versuchen Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit die Opfer gewesen sind.“ zustimmen und 30,5% der Ansicht waren,, Es gibt eine natürliche Hierarchie zwischen Schwarzen und Weißen.“Professor Wilhelm Heitmeyer der die Studie im November 2009 präsentierte, sieht die Deutsche Gesellschaft „am Beginn eines neuen autoritären Jahrhunderts.“
Diesen Entwicklungen gilt es gemeinsam entgegenzutreten!
Das jährliche Antifa-Camp Weimar/Buchenwald bietet Gelegenheit praktische Gedenkstättenarbeit und aktuelle antifaschistische Arbeit, im Sinne der Häftlinge und ihres Schwurs , miteinander zu verbinden.
Die offene und hierarchiefreie Konzeption des camps bietet Euch die Möglichkeit – auch als vielleicht noch unerfahrenere Antifas – aktiv Politik zu gestalten, andere AktivistInnen kennenzulernen und Euch zu vernetzen.
Das diesjährige Camp beginnt am Samstag den 24.Juli und endet am Sonntag den 01.August 2010.
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